Konzept

WiMaKo

Ein Verbundprojekt der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, des Instituts für Hochschulforschung Halle-Wittenberg und der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer.

Das Graduiertenkolleg „Wissenschaftsmanagement und Wissenschaftskommunikation als forschungsbasierte Praxen der Wissenschaftssystementwicklung“ (WiMaKo) will an den beiden Beispielthemen Wissenschaftsmanagement und Wissenschaftskommunikation untersuchen, wie das Wissenschaftssystem auf die erhöhten Anforderungen durch die Gesellschaft (Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft) reagiert und diese bearbeitet. Für die Projekte, die im Kolleg verfolgt werden, ist die Annahme leitend, dass (a) die Binnenverhältnisse der Wissenschaft auch mit Blick auf die externen Kontakte der Wissenschaft gestaltet und erforscht werden müssen und (b) die ex­terne Kommunikation der Wissenschaft nur gelingen kann, wenn deren interne Funktionsweisen berücksichtigt werden. Das Graduiertenkolleg wird vom BMBF im Zeitraum Juli 2019 bis Juni 2023 mit einer Gesamtsumme von über 3,5 Millionen Euro gefördert. Die Themen der elf Doktoranden und drei Postdocs sind dabei vielfältig, lassen sich aber alle einem der sechs folgenden Themenkorridore zuordnen:

  • Konfliktgovernance in der Wissenschaft: Inwieweit zeitigen Steuerungsinstrumente hinsichtlich der wissenschaftlichen Leistungs- und Qualitätsentwicklung förderliche, wirkungsneutrale oder kontraintentionale Effekte?
  • Digitalisierungsgetriebener Organisationswandel: Welche Organisationsanpassungen an die Digitalisierung sind notwendig, welche „Digitalisierungspolicies“ produzieren unterstützende vs. kontraintentionale Effekte?
  • Akademische Lehre als Kommunikation über Wissenschaft: Wie können Organisation und Inhalte akademischen Lehrens und Lernens am effektivsten an Transformationsanforderungen und veränderte gesellschaftliche Erwartungen angepasst werden?
  • Globalisierung und Internationalisierung: Wie kann Wissenschaft mit dem Spannungsfeld der innerwissenschaftlichen Orientierung auf globale (universale) Geltungsansprüche einerseits und der Rolle als regional und national wirksamer Innovationsmotor umgehen?
  • Digital entgrenzte Wissenschaftskommunikation: Wie kann die nötige „Übersetzungleistung“ zum Transfer wissenschaftlichen Wissens zwischen verschiedenen Adressaten (inner- und außerwissenschaftlich) am effektivsten geleistet werden?
  • Wissenschaftliche Beratung als Wissenschaftskommunikation: Wissenschaft steht im Spannungsfeld zwischen forschungsfremder Verzweckung einerseits und Einflusslosigkeit bei Aufrechterhaltung der wissenschaftlichen Standards andererseits. Es besteht die Frage, ob praktischer Einfluss nur zum Preis opportunistischer Verstrickung zu haben ist bzw. wissenschaftliche Seriosität allein unter Inkaufnahme der Einflusslosigkeit.

Das Graduiertenkolleg zeichnet sich in mehrfacher Hinsicht als besonders aus. Es ist nicht nur das erste Graduiertenkolleg, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, es stellt sich der Herausforderung, über drei Standorte hinweg als Verbundprojekt der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg, der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer und dem Institut für Hochschulforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu arbeiten. Im Unterschied zu klassischen Graduiertenkollegs besteht das Team zudem nicht nur aus Kollegiat*innen, die direkt im Anschluss an ihren Universitätsabschluss promovieren. Der größere Teil der Doktorand*innen bringt jahrelange Berufspraxis in den Themengebieten mit ein, die die inhaltlichen Schwerpunkte des Kollegs bilden, Wissenschaftsmanagement und Wissenschaftskommunikation. Sie promovieren berufsbegleitend. Darüber hinaus ist durch das kürzlich veröffentliche Grundsatzpapier des BMBF zur Wissenschaftskommunikation, das Kolleg mit seiner thematischen Ausrichtung stark in den Fokus der Aufmerksamkeit von Politik, Öffentlichkeit und Scientific Community gerückt.

Die Eröffnung des Kollegs findet eingebettet in die ersten Kollegtreffen statt, bei dem sich die Kollegiat*innen eine Woche lang in Speyer treffen, um gemeinsam intensiv an der ersten Phase ihrer Promotionen zu arbeiten. Den Eröffnungsvortrag mit dem Titel „Bedeutung und Gehalt des Begriffs Wissenschaftskommunikation in Forschung und Praxis“ wird Prof. Dr. Markus Lehmkuhl vom KIT Karlsruhe halten. Neben Grußworten des Rektorats der DUV wird das Leitungsteam das Kolleg kurz vorstellen und die Kollegiat*innen werden ihre Promotionsprojekte in Form von Elevator Pitches präsentieren.