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Kamingespräch zur #FactoryWisskomm

Rund eine Woche nach der öffentlichen Präsentation der Ergebnisse der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten Denkfabrik #FactoryWisskomm hatten wir das große Glück Cordula Kleidt, Leiterin des Referats Wissenschaftskommunikation im BMBF, zu einem Kamingespräch im Kolleg zu Gast zu haben. Sie hat den gesamten Arbeitsprozess der Factory mit über 150 beteiligten Expert:innen in sechs Arbeitsgruppen betreut und begleitet. Auch Dr. Katja Knuth-Herzig und Dr. Justus Henke, zwei der Koordinator:innen von WiMaKo, waren an diesem Prozess in zwei unterschiedliche Arbeitsgruppen beteiligt. Hier geben sie Auskunft über die Ergebnisse Ihrer AGs und die Zusammenarbeit in der Denkfabrik:

Am virtuellen Kamin ging es aber vergangene Woche nicht nur um die Ergebnisse der #FactoryWisskomm, die hier nachgelesenen werden können, es ging auch um die Entstehung und die Arbeitsprozesse der Denkfabrik. Auch die Reaktionen aus Öffentlichkeit, Wissenschaft und Wisskomm-Community auf die veröffentlichten Handlungsempfehlungen waren ein Thema. Neben viel positiver Resonanz, gab es bisher natürlich auch konstruktiv kritische Stimmen zu den präsentierten Ergebnissen. Aus dieser Diskussion heraus, haben wir auch darüber gesprochen, wie ein #Factory 2.0 aussehen könnte, in der die Arbeitsgruppen stärker verzahnt werden und es noch einmal deutlich mehr darum gehen soll, von den Handlungsempfehlungen des neuen Dokuments in die konkrete Umsetzung der Vorschläge zu kommen. Das war auch einer der Punkte, der in den kritischeren Reaktion auf die Ergebnisse der #FactoryWisskomm wie z.B. von Herrn Rehländer (Leiter der Kommunikation der VolkswagenStiftung) hier mehrfach betont wurde.

Auf dem Weg dahin stimmt allerdings bereits positiv, dass die gerade veröffentlichten Umfrageergebnisse der Impact Unit von Wissenschaft im Dialog, DZHW und NaWik zeigen, dass Wissenschaftskommunikation beispielsweise bereits bei 73% der Befragten als integraler Bestandteil des Jobs von Wissenschaftler:innen gilt. Erfreulicherweise geben auch 85% an, selbst bereits Erfahrungen in der Wissenschaftskommunikation gesammelt zu haben. So scheint es, dass bezüglich des Themas Wissenschaftskommunikation inzwischen ein langsamer Kulturwandel hin zu mehr Wertschätzung eingesetzt hat. Dennoch gilt weiter, was im Jahr 2018 bereits sehr treffend in den Siggener Impulsen formuliert wurde „Walk the Talk – – Chefsache Wissenschaftskommunikation“. Die Chefetagen, beispielsweise der Hochschulen und Forschungseinrichtungen, müssen noch stärker als bisher mit an Bord genommen werden, um Wissenschaftskommunikation nachhaltig zu stärken.

Als einen Weg, um die Wissenschaftskommunikation zu stärken, wird auch das BMBF bei künftigen Ausschreibungen die Kommunikationsvorhaben der beantragten Projekte stärker in die Förderentscheidung einbeziehen. Dabei geht es nicht darum mehr, sondern besser zu kommunizieren. Geplante Forschungsprojekten sollen sich frühzeitig überlegen, mit welcher Gruppe außerhalb des Projekts es bereichernd sein kann über die (angestrebte) Forschung zu sprechen. Denn Wissenschaftskommunikation ist längst keine Einbahnstraße mehr, in der Wissenschaftler:innen ihre Erkenntnisse lediglich der Welt erklären. Wir sind immer stärker auf dem Weg zu partizipativen Formaten, die nicht nur einen Dialog, sondern eine Beteiligung der Öffentlichkeit an Wissenschaft und Erkenntnisgewinn ermöglichen. Hierfür ist es zentral, Wege und Methoden zu kommunizieren, wie Wissenschaftler:innen arbeiten und ihre Erkenntnisse erzielen bzw. absichern. Der Blick ins „Labor“ lässt zudem einen Blick auf den Forschenden als Mensch zu und hier schlagen wir den Bogen zurück zur #FactoryWisskomm und zum Kaminabend. Der Mensch hinter der Expertise ist das Rückgrat eines spannenden Austauschs und einer guten Zusammenarbeit, innerhalb und außerhalb der Wissenschaftskommunikation.